KinderDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat im Rahmen seiner heutigen Pressekonferenz sowohl die neue „Düsseldorfer Tabelle“, als auch die geänderten Unterhaltsleitlinien, gültig ab dem 01.08.2015 bekannt gegeben. Die aktuellen Regelwerke finden Sie auf der Seite des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

Hiernach erhöhen sich ab August 2015 die Bedarfssätze für unterhaltsberechtigte Kinder. Der Mindestunterhalt steigt in der ersten Altersgruppe von EUR 317,00 auf EUR 328,00, in der zweiten Altersgruppe von EUR 364,00 auf EUR 376,00 und in der dritten Altersgruppe von EUR 426,00 auf EUR 440,00.

Notwendig wurde die Anpassung aufgrund des geänderten steuerlichen Kinderfreibetrages, der bei der Ermittlung des Mindestunterhaltes zugrunde gelegt wird.

Das Kindergeld wird schließlich rückwirkend zum 01.01.2015 von EUR 184,00 auf EUR 188,00 für das erste und zweite Kind, sowie von EUR 190,00 auf EUR 194,00 für das dritte Kind und EUR 215,00 auf EUR 219,00 für das vierte Kind erhöht.

Obgleich sich die Zahlbeträge für die Unterhaltsverpflichteten erhöhen, wird der bisherige notwendige Selbstbehalt von EUR 1.080,00 pro Monat nicht angepasst. Den Unterhaltsverpflichteten verbleibt damit ab August 2015 weniger Geld in der Haushaltskasse. Der Interessenverband Unterhalt- und Familienrecht (ISUV e.V.) hat diese Entwicklung in einer aktuellen Pressemitteilung bereits kritisiert.

Was bedeutet diese Änderung nun für die Empfänger von Kindesunterhalt?

Wenn der Kindesunterhalt bereits dynamisch tituliert ist, also in Form einer Prozentangabe, muss der Unterhaltsverpflichtete automatisch den monatlichen Zahlbetrag an die Erhöhung anpassen. Rein vorsorglich sollte er auf diese Änderung hingewiesen werden.

Ist der Kindesunterhalt bislang statisch in Form eines festen Zahlbetrages tituliert, müssen die Voraussetzungen einer Abänderung geprüft werden. In jedem Fall sollte der Unterhaltsverpflichtete noch im Monat August 2015 zur Zahlung erhöhten Kindesunterhaltes aufgefordert werden.

Beachten Sie bitte auch, dass bereits ab Januar 2016 mit der nächsten Erhöhung des Zahlbetrages zu rechnen ist. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird sodann wieder angehoben, so dass auch eine weitere Anpassung des Mindestunterhaltes erforderlich wird.

Mit Blick auf diese aktuellen und künftig zu erwartenden Entwicklungen beraten wir Sie gerne.