Family love is foreverIhr Ansprechpartner: Rechtsanwalt Klaus Ruppert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Seniorenrecht und -medizin

Durch eine Vorsorgevollmacht kann die eigene Vertrauensperson zum Bevollmächtigten gemacht werden. Dieser hat dann die Befugnis, umfassend über alle Angelegenheiten des Vollmachtgebers zu entscheiden, wenn der Vollmachtgeber selbst durch Unfall oder Krankheit dazu nicht mehr in der Lage ist.

Was passiert aber, wenn der Bevollmächtigte mit den übertragenen Aufgaben nicht zurecht kommt?

Wir hören häufig in Beratungen, dass meist nur einer der Ehegatten das gemeinsame Vermögen und evtl. vorhandene Immobilien verwaltet, die notwendigen Entscheidungen trifft und sich um eine Vermietung / Verwaltung etc. kümmert. In dieser Konstellation herrscht dann oft die Sorge, was passiert, wenn der andere nun zum Bevollmächtigten werden soll, obwohl er mit den finanziellen Dingen bislang nicht zu tun hatte.

Auch begegnet uns häufig der Fall, dass Eltern Sorge davor haben, ihre Kinder als (Ersatz-) Bevollmächtigten einzusetzen, weil sie ihnen die Verwaltung des Vermögens nicht zutrauen.

Diese Sorge ist unbegründet: Wenn ein Bevollmächtigter nicht in der Lage ist, die Vollmacht aufzufüllen, besteht jederzeit die Möglichkeit für Teilbereiche (oder auch ganz) eine gerichtliche Betreuung zu installieren. Diese kann dann gewährleisten, dass die Verwaltung optimal erfolgt – für alle weiteren Bereiche ist nach wie vor der ausgewählte Bevollmächtigte handlungsbefugt. Die Betreuung kann dann auf Antrag auch wieder beendet werden, wenn der Bevollmächtigte darlegt, dass er nunmehr in der Lage ist auch diesen Vermögensbereich zu verwalten.

Zudem besteht auch bei der Sorge des Missbrauchs der Vorsorgevollmacht die Möglichkeit eine gerichtliche Betreuung zu installieren – diese dient dann der Kontrolle des Betreuers und sorgt dafür, dass die Vollmachtausübung tatsächlich im Sinne des (geschäftsunfähigen) Vollmachtgebers erfolgt.