AutotürIhr Ansprechpartner: Rechtsanwältin Bettina Bauch

Haftet ein Haftpflichtversicherer auch für Schäden, die durch das Türöffnen von Autoinsassen an anderen PKW entstehen?

Kurz gesagt: Ja! Im entschiedenen Fall ist der Beifahrer beim Aussteigen mit der Beifahrertür gegen einen ordnungsgemäß geparkten PKW gestoßen. Der dadurch entstandene Schaden belief sich auf etwa 1000 EUR. Der Halter des Schadensfahrzeuges hat seine Haftpflichtversicherung in Anspruch genommen.

Diese wollte u.a. deswegen nicht regulieren, weil der Schaden durch den Beifahrer verursacht wurde. Hintergrund ist, dass der Halter bzw. Fahrer eines Fahrzeuges (und damit auch seine Versicherung) nicht für einen Schaden haftet, der für ihn unabwendbar war, § 17 Abs. 3 StVG. Dies soll hier der Fall sein, weil der Schaden allein durch das Türöffnen des Beifahrers entstanden war.

Das Gericht hat dieses Argument zurückgewiesen: Für die Unabwendbarkeit wird auf den sog. „Idealfahrer“ abgestellt. Bei der hier vorliegenden Konstellation hätte nach Ansicht des Gerichts nicht ausgeschlossen werde können, „dass ein Idealfahrer das Beklagtenfahrzeug so abgestellt hätte, dass ein Aussteigen auf Beifahrerseite problemlos, mithin ohne jegliche Gefährdung des daneben stehenden klägerischen Fahrzeugs, möglich gewesen wäre.“ (LG Saarbrücken, Urteil vom 20. November 2015)

Damit bestand hier eine Eintrittspflicht für die Versicherung, da der Schaden für den Haltern bzw. Fahrer nicht unabwendbar war.