Gute Nachrichten sind in Zeiten der Coronakrise selten. Jetzt aber hat der Europäische Gerichtshof am 26.03.2020 ein bahnbrechendes Urteil gefällt, welches Millionen Privatkreditnehmern zu Gute kommt. Nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofs sind die von den meisten Banken seit Juni 2010 verwendeten Widerrufsinformationen unzureichend, weil sie den Kreditnehmer nicht klar und verständlich über den Beginn der Widerrufsfrist informieren.
Interessant ist diese Entscheidung für alle Privatkreditnehmer, insbesondere aber für solche, die ein KFZ oder eine Immobilie finanziert haben. Solche Verträge – sollten sie wie im Regelfall eine „Kaskadenverweisung“ enthalten – sind frei widerrufbar, der entsprechende Vertrag ist nach erfolgtem Widerruf rückabzuwickeln. Grund hierfür ist die vom deutschen Gesetzgeber seinerzeit eingeführte „Kaskadenverweisung“; diese bewirkt, dass der Beginn der Widerrufsfrist nicht aus dem Darlehensvertrag selbst erkennbar ist, sondern über das Zusammenspiel zahlreicher, in verschiedenen Gesetzen enthaltener Einzelnormen vom Verbraucher mühsam ermittelt werden musste. Das – so der Europäische Gerichtshof – geht nicht.

Privatkreditnehmer sollten ihre Verträge daher überprüfen und sich über die weiteren Vorgehensmöglichkeiten beraten lassen. Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Rechtsanwältin Dagmar Steidl – Fachanwältin für Bank-und Kapitalmarktrecht – gerne zur Verfügung.